Einführung in Indiens Doppelbesteuerungsabkommen

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Indien steht im positiven Licht, wenn es um das Eingehen von Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit anderen Ländern geht. Es hat jetzt über 90 solcher Verträge und die meisten von ihnen erst seit kurzem.

DBAs sind nützlich, da sie die Anwendung vieler Steuerarten im bilateralen Abkommen verankern – sie schließen u.a. die Körperschaftsteuer, individuelle Einkommensteuer und Dividendensteuer ein. Sie sind nicht nur für Unternehmen die eine Präsenz in beiden Ländern haben nützlich, sondern auch für Handelsunternehmen, die keinen dauerhaften Sitz in Indien haben und trotzdem niedergelassene Unternehmen in Indien bedienen. Solche Dienstleistungen werden typischerweise durch eine Quellensteuer besteuert, aber die effektive Nutzung des anwendbaren DBA kann diese Bürde lindern.

Die Rechts- und Steuerberufe in Indien sind durch einen dritten Berufszweig geteilt – dem Unternehmenssekretär – ebenfalls herausragend, wenn es um die indische Steuerverwaltung geht. Die DBAs zu ignorieren, während ausländische Investitionen in Indien strukturiert werden, kann problematisch sein. Diese Investitionen sollten von Anfang an mit den zuständigen Steuerbeamten verhandelt werden. Fehler dabei können in einem Steuermehraufwand enden.

Dieses Problem kann nur durch ein Unternehmen gelöst werden, das ein Verständnis für die steuerlichen und rechtlichen Bestimmungen in Indien hat. Indiens steuerliche Rahmenbedingungen sind für ausländische Investoren in der Gründungsphase schon immer schwierig gewesen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie keine Vergünstigungen des bilateralen Abkommens verschenken.

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Typische Vergünstigungen durch DBA

Indiens-Wesentliche-SteuernAbgesehen von dem Grundsatz, das natürliche Person und Unternehmen nicht der „Doppelbesteuerung” ausgesetzt sein sollen, schließen die meisten DBAs auch eine „Versüßung der Steuer“ mit ein, von denen internationale Unternehmen profitieren können.

Diese schließen die folgenden Reduzierungen ein, sind darauf jedoch nicht beschränkt:

Dividendensteuer auf Gewinnausschüttung

Zusätzlich zu einer Körperschaftsteuer von 40 % auf Gewinne für ausländische Investoren, erhebt Indien zusätzlich noch eine Dividendensteuer auf Gewinnausschüttungen in Höhe von 15 % auf die Gewinnrückführung ins Ausland. Viele DBAs besitzen eine Klausel, die diese Dividendensteuer um 50 % reduziert.

Quellensteuer

Eine Quellensteuer wird auf eine Vielzahl von Dienstleistungsgebühren erhoben, die ein nicht-ansässiges Unternehmen einem Unternehmen (Kunde oder Tochterunternehmen) in Indien in Rechnung gestellt hat. Da die Eintreibung von Körperschaftsteuern von Unternehmen die nicht in Indien ansässig sind, erschwert ist, wird diese mittels einer Quellensteuer eingetrieben.

Interessierte Unternehmen sollten die anwendbaren Steuersätze pro Dienstleistung prüfen. Als allgemeine Faustregel gilt, dass die Quellensteuer in Indien 20 % des gesamten Rechnungsbetrag betragen. DBAs können in den meisten Fällen diese Summe halbieren.

Nutzungsgebühren, die eine Muttergesellschaft der eigenen Tochtergesellschaft für die Nutzung von Lizenzen in Rechnung stellt, können beispielsweise zu 10 % erlassen werden, was weitaus besser ist, als die kombinierte Körperschaft- und Dividendensteuer auf Ausschüttungen in Höhe von 55 %, wenn das Geld in Indien bleibt.

Während in Indien niedergelassene ausländische Unternehmen eine Vielfalt von Dienstleistungsabkommen mit ausländischen Unternehmen, einschließlich der Muttergesellschaft unterzeichnen können, können diese Vereinbarungen als Transferkanäle angesehen werden, um Geld zwischen dem Hauptsitz und der Tochtergesellschaft hin- und herzuschieben. Es liegt allein am Unternehmen selbst, die lokalen Steuerbehörden in Indien über die Absicht, das DBA nutzen zu wollen, zu benachrichtigen. Die Beantragung erfordert Kopien des DBA, die Satzung sowie die Geschäftslizenzen des Unternehmens. Um die Steuerschuld eines Unternehmens reduzieren zu können, ist eine Erlaubnis des Steuerbeamten in Indien erforderlich, der zunächst eine Erlaubnis seines eigenen Vorgesetzten einholen muss. Dementsprechend muss ein gut vorbereiteter Fall erstellt werden.

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Wo kann ich die Doppelbesteuerungsabkommen Indiens finden?

Die umfangreiche Bibliothek von Dezan Shira & Associates den indischen DBAs hat einen ganzen Abschnitt gewidmet und enthält Kopien von diesen.

indiens doppelbesteuerungsabkommen

Profitieren von den indischen DBAs

Wenn man sich die Nutzung der DBAs ansieht, sind die praktischen Schritte folgende:

  • Überprüfung, ob die jeweiligen Dienstleistungen in dem speziellen DBA eingefasst sind;
  • Überprüfung, ob das DBA andere Begünstigungen für Quellen- oder Dividendensteuer umfasst,
  • Berücksichtigung anderer anwendbarer Vorteile des Abkommens im Geschäftsplan und der Unternehmenssatzung
  • Überprüfung anderer indischer Steuerregistrierungsverfahren, die für eine weitere Registrierung erforderlich sein könnten und Unterrichtung Ihrer Absichten durch Berufung auf den vertraglichen Status.

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