Partnerschaft mit indischen Startups- Neue Möglichkeiten für ausländische Investoren

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Indien ist das drittgrößte Startup-Zentrum der Welt; im Jahr 2017 wurden 1.000 neue Unternehmen gegründet.

Seit 2015 ist Indiens Startup-Ökosystem stetig gewachsen. Indische Startups diversifizieren ihre Schwerpunkte über eine Vielzahl von wirtschaftlichen Segmenten. Dabei entwickeln sie technologische Innovationen , um die einzigartigen Herausforderungen des Landes zu meistern. Ausländische Unternehmen, die Partnerschaften mit indischen Startups haben, können Ihre eigenes technologisches Know-how nutzen, um grundlegende Umbrüche in der indischen Wirtschaft herbeizuführen. Dies unter anderem dadurch geschafft werden, indem sie die große Anzahl indischer Engineering, IT-Technologie und Business-Management-Fachkräfte, weiter qualifizieren.

Im Gegenzug bieten sich indischen Startups nicht nur Zugang zu talentierten Fachkräften, sie können auch entschedende Hilfe bei der Implementierung von Produkten und Dienstleistungen,auf dem indischen Markt leisten. Des Weiteren ziehen sie neue, Indien-orientierte Investoren an.

Indiens sich entwickelndes Startup-Ökosystem

Im Jahr 2015 haben indische Startups eine geschätzte Summe von 9 Milliarden USD erhalten, Die Summe, die indische Startups im Jahr 2015 erhalten haben, übertraf die kumulierte Summe der Finanzierung der Startups, der vergangenen vier Jahre.

Dieses plötzliche Interesse an indischen Startups ist Teil einer größeren Story, die mit dem flächendeckenden Zugang zum Internet von 1,3 Mrd. Menschen zu tun hat und durch Regierungsmaßnahmen wie „Digital India“ und „Startup India“, beschleunigt wurde.

Viele der Startups profitieren von solchen beispiellosen Finanzierungen, die auf Business-to-customer (B2C) Dienstleistungen spezialisiert sind und die funktionierenden Geschäftsmodelle der globalen Online-Unicorns, wie Amazon oder Uber kopieren.

Im Jahr 2016 schwand allerdings die Euphorie für indische Startups. Die Finanzierungen verringerten sich auf 4 Mrd. USD. Einige Startups, die frühe Finanzierungsphasen nutzten, wurden mit der Frage der Funktionsfähigkeit und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells konfrontiert. Von westlichen Unternehmen unterstützte Geschäftsmodelle hatten, wie zu erwarten war, Schwierigkeiten außerhalb der Metropolen in den Tier 2 und Tier 3 Städten, erfolgreich zu sein.

2016 war ein schmerzhaftes Jahr für die indische Startup-Szene, allerdings war 2017 dann das Jahr der Reife. Von den 1.000 neu gegründeten Startups im Jahr 2017 sind mehr als 20 Prozent inTier II und Tier III Städten. Startups haben es in die Nachbarschaft geschafft und haben „Tante Emma“- Läden auf den digitalen Markt gebracht.  Zudem haben Sie es geschafft, innovative lokale Dienstleistungen zu implementieren. Darüber hinaus zielen viele solcher Unternehmen auf regionale Marktanteile ab, indem sie Plattformen in regionaler Sprache anbieten und Benutzeroberflächen zur Verfügung stellen, die auf Nutzer mit geringer Datengeschwindigkeit ausgerichtet sind.

Im ersten Halbjahr 2017 haben sich die Investitionen in indische Startups auf über 11 Mrd. USD erhöht. Zugegebenermaßen ging die Mehrheit dieser Investitionen – fast 9 Mrd. USD – an lediglich zehn Unternehmen, darunter PayTM, Ola und Flipkart.

Kleinere Unternehmen erhalten jedoch weiterhin Millionen von Dollar an Kapital. Wichtig ist, dass ein Trend entstanden ist, bei dem mehrere neue digitale Startups von Brancheninsidern geführt werden. Diese Personen führen die nächste Generation von Startups auf der Grundlage ihrer Arbeitserfahrung in etablierten indischen Unternehmen, an. Der Wert dieser Unternehmen wird auf über 1 Mrd. USD geschätzt.

Im Jahr 2017 hat die indische Regierung die Compliance-Anforderungen und die Beschränkungen für ausländische Startup-Investoren gelockert. Dies liegt daran, dass die Regierung anfängt, die Wichtigkeit der indischen Startup-Szene zu erkennen, um ausländische Investitionen anzuziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der indischen Industrie zu steigern.

Digitale Lösungen für Indiens Probleme: Profiling von aufstrebenden Startups

Von den geschätzten 3.000 Startups die in Indien tätig sind, arbeiten 60 Prozent im B2C-Sektor, die direkt an die Endkunden verkaufen. Im wachsende B2B Sektor sind 40% der indischen Startups tätig.

Die erfolgreichsten indischen Startups im B2C-Bereich konzentrieren sich auf Dienstleistungen in den Bereichen Nahrungsmittellieferung, E-Commerce, Finanz-Technologie sowie der Tourismusbranche.

Erfolgreiche indische Startups nutzen fortschrittliche Technologien wie Cloud Computing, AI und Big Data, um die Betriebseffizienz zu steigern, die Konsumgewohnheiten zu tracken und die Kosten zu minimieren.

Agrartechnik

Bei über 58 Prozent der ländlichen Bevölkerung in Indien ist der Lebensunterhalt abhängig von der Landwirtschaft. Obwohl Indien einer der größten Produzenten von Obst und Gemüse ist, wird das Exportpotenzial aufgrund hoher Nahrungsmittelverschwendung selten erfüllt. Die Agrartechnik Industrie in Indien, verfügt über ein Potenzial von 200 Mrd. USD, vor allem in den Bereichen der Rationalisierung von Lieferketten und der Verbesserung der Effizienz in der Landwirtschaft.

Es gibt 250 indische Firmen, die im Bereich der Agrartechnik arbeiten. Im Jahr 2016 gingen etwa 313 Millionen USD an 53 Agrartechnik-Startups. Diese Startups haben die lokalen Sprachen in ihre digitalen Anwendungen integriert, um direkt mit den ländlichen Bauern arbeiten zu können.

FarmLink ist ein Agrartechnikunternehmen aus Mumbai, welches die Landwirte direkt mit der industriellen Nahrungsmittelverarbeitung verbindet. Dabei werden Zwischenhändler umgangen, wodurch Kosten gespart werden und Abfälle, die durch den Transport der Produkte entstehen, verringert werden können.

Finanztechnologie

Es gibt ungefähr 360 aktive indische Startups in der Finanz Technologie (FinTech). In der ersten Hälfte des Jahres 2017 erhielten indische FinTech Startups über 200 Millionen US-Dollar an Finanzierung. Viele dieser Unternehmen nutzen AI und maschinelles lernen um schnelle und zuverlässige Mikrofinanz-und Versicherungs-Plattformen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu schaffen.

Die Abschaffung von hohen Banknoten führte zur Entstehung von einer Vielzahl von elektronischen Zahlungssystemen in ganz Indien, sowohl für den B2C als auch für den B2B Bereich. PayTM ist eines der führenden FinTechs des Landes und erhielt im ersten Halbjahr 2017 eine Finanzierung von 1,4 Mrd. USD, um das Momentum der Entmonetarisierung im E-Commerce, nutzen zu können.

Gesundheitstechnik

Zurzeit gibt es in Indien im Bereich Gesundheitstechnik mindestens 320 aktive Startups. In der ersten Hälfte des Jahres 2017 erhielten Healthtech Unternehmen in Indien 160 Millionen USD an Finanzierung. Netmeds zum Beispiel liefert verschreibungspflichtige Medikamente an kleine Städte und Dörfer in ganz Indien. Durch Practo, dass seinen Wert 2017 auf 55 Millionen USD angehoben hat, können Benutzer Gesundheitsprobleme einschätzen, Arztbesuche buchen und Datensätze auf der gleichen Plattform abspeichern.

Andere Healthtech Unternehmen haben kostengünstige Fitness-Geräte entwickelt, die mit dem Smartphone oder anderen Geräten verbunden werden können.

Biotechnologie

Startups in der Biotechnologie-Branche haben sich auf das Outsourcing von Forschung und klinischen Studien von größeren Institutionen spezialisiert. Dabei nutzen sie Big Data, um innovative Lösungen für die Herausforderungen des öffentlichen Gesundheitswesens zu finden. Zum Beispiel erhielt das in Bangalore gegründete Unternehmen Bugworks 2,6 Mio. USD, zur Entwicklung von Behandlungen von Multiresistenten Infektionen. Während die aktive Zahl indischer Startups im Biotech Bereich derzeit unbestätigt ist, rechnet der Verband der Biotechnologie-Unternehmen mit einer ehrgeizigen Zahl von 2000 Gründungen von Biotech-Unternehmen, bis zum Jahr 2020.

Identifizieren von Schwierigkeiten

Indische Startups haben erfolgreich globale Geschäftsmodelle an die Eigenheiten des Landes angepasst. Doch wie der indische Business Tycoon und Startup-Investor Ratan Tata kürzlich bemerkte, haben Startups in Indien erst noch zu beweisen, dass sie wirklich bahnbrechend sind.

Während indische Unternehmen damit begonnen haben, fortschrittliche Technologien anzunehmen, haben indische Fachleute oft nicht die notwendigen Fähigkeiten, um das volle Potenzial der Technologien auszuschöpfen. Hier können ausländische Unternehmen ihre Expertise aus den eigenen Märken einbringen. Ausländische Unternehmen können dabei neue Technologien implementieren, während die inländischen Startups bei der Lokalisierung und Erarbeitung von Geschäftsstrategien helfen können: technisch überlegene, ausländische Produkte und Dienstleistungen, können so auf dem gesamten Subkontinent erfolgreich sein. 

Zugang zu neuem Kapital: Vorteile einer indischen Partnerschaft

Ausländischen Unternehmen mit Partnerschaften zu indischen Startups gewinnen nicht nur den Marktzugang zum indischen Markt, sie haben ebenfalls Zugang zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten. Jüngste Schätzungen ergaben, dass Indien ein ungenutztes Investitionsvolumen für Startups von enormen 25 Mrd. USD aufweist.

Ausländische und lokale Investoren steigern ihre Investitionen in indische Startups mit einzigartigen, kulturell geprägten Geschäftsmodellen, die auch neue Technologien mit einbeziehen. Beispielhaft ist hier Ratan Tata zu nennen, der in Partnerschaft mit der University of California einen 300 Mio. USD Venture-Capital-Fonds für indische Startups gegründet hat.

Wie Davy Manchanda von der New South Wales Regierung erklärte: “Indiens rasantes Wachstum, gepaart mit dem Hunger nach innovativen Lösungen, um den indischen Bedürfnissen gerecht zu werden, bietet Startups weltweit die Möglichkeit, ihre einzigartigen Lösungen in Indien anzubieten und auch Partnerschaften mit indischen Startups für die Co-Entwicklung einzugehen. “

Solche Beteiligung, Zusammenarbeiten und Partnerschaft wird es Unternehmen ermöglichen, sich als Schlüsselkomponenten in der sich rasch entwickelnden und technologisch orientierten Wachstumsgeschichte Indiens zu etablieren.



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